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Historie

Ginsheim-Gustavsburg nahm hinsichtlich der Geschichte seiner beiden Ortsteile eine sehr unterschiedliche Entwicklung. Während Ginsheim bereits im Jahre 1190 urkundlich erwähnt wurde, handelt es sich bei Gustavsburg um ein vergleichsweise junges Gemeinwesen. Weil die Genossenschaft seit ihrer Gründung in Gustavsburg beheimatet ist, sei auf dessen Historie an dieser Stelle näher eingegangen.

Seinen Namen erhielt es von der Festung Gustavsburg, einer Gründung des Schwedenkönigs Gustav Adolf aus dem Jahre 1632. Nach deren Zerfall war es lange Zeit still um den Ort auf der Mainspitze und erst der Ausbau des Eisenbahnnetzes brachte um 1860 mit dem Bau der Eisenbahnbrücke nach Mainz und der Maschinenfabrik Klett & Co. -später MAN- einen geschichtlichen Neubeginn. Dieser verlief im Zuge der zunehmenden Industrialisierung geradezu stürmisch, ohne daß die notwendige Infrastruktur zunächst Schritt halten konnte.

Die ersten nennenswerten Gebäude, die neben dem Unternehmens-, Hafen- und Eisenbahnbau entstanden, waren Gaststätten. So hatten um 1905 für seinerzeit 1500 Einwohner immerhin 17 Gastwirtschaften ihre Pforten geöffnet. Was fehlte, waren Wohnungen. Die MAN war eines der ersten Unternehmen, das mit dem Bau von Wohnungen für seine Bediensteten begann.

Von den Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum heutigen Tage war es ein weiter Weg, an dessen Ziel sich der Ortsteil Gustavsburg als Lebensraum für rund 8000 Einwohner mit all jenen Einrichtungen präsentiert, die das Wohnen und Leben dort angenehm machen. Dieser Weg ist eng mit der Geschichte der Genossenschaft verknüpft.

 

Die Zeit vor der Gründung

Der Ausbau Gustavsburgs hatte sich zwischen 1860 und 1900 ohne jede Planung und in sehr geringem Ausmaß vollzogen. Diesen unbefriedigenden Zustand änderte erstmals die MAN durch Errichtung der sogenannten „Kolonie“, einem zusammenhängenden Wohngebiet mit dem Crammer-Klett-Platz als Mittelpunkt. Von 1898 bis 1908 wurden dort 136 Häuser mit 149 Wohnungen erbaut. Einige wenige Häuser waren zudem auf private Initiative errichtet worden. Die Tagespresse spricht von einer katastrophalen Wohnungsnot in Gustavsburg.

 

Pfarrer Haus macht Nägel mit Köpfen

In diesen Notstand hinein fiel die Gründung der Genossenschaft am 19.11.1912. Allein die MAN beschäftigte damals schon 3500 Mitarbeiter; hinzu kamen die Arbeiter und Angestellten weiterer Betriebe, die sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Gustavsburg niedergelassen hatten. Täglich mussten beschwerliche An- und Abmarschwege in Kauf genommen werden, um den Arbeitsplatz zu erreichen und damit den Lebensunterhalt für die Familie zu sichern. Vor diesem Hintergrund war mit Reden allein nichts auszurichten. Hier mussten Taten her. Und als ein Mann der Tat erwies sich ein Mann des Wortes: Pfarrer August Haus. Der sozial engagierte Gemeindepfarrer sah als einzigen Ausweg aus diesem Dilemma die Gründung einer Baugenossenschaft. Und er setzte sich dafür ein; dank seiner Beredsamkeit und Überzeugungskraft fand er auch bald weitere 74 Gründungsmitglieder, zu denen u. a. auch die MAN gehörte. Nachhaltig unterstützt wurde er vom damaligen „Großherzoglichen Landes-Wohnungsinspektor“ Gretzschel, der als Bediensteter des sogenannten „Ernst-Ludwig-Vereins“ Gründungen von Baugenossenschaften oder vergleichbaren Einrichtungen in die Wege leitete. Beide, Haus und Gretzschel, gelten als die Gründerväter der Genossenschaft.

Zur Erinnerung an den engagierten Gemeindepfarrer hat später der Gemeinderat eine Straße nach ihm benannt; die „Pfarrer-Haus-Straße“ führt an den ersterbauten Häusern der Genossenschaft vorbei. Von 1953-2000 befand sich die Geschäftsstelle ebenfalls in
der Pfarrer-Haus-Straße.

Die zwischen 1913 und 1915 entstandenen Häuser tragen die Handschrift des Architekten Wilhelm Härter, dem es gelang, seinen Planungen einen zeitgemäßen, unverwechselbaren architektonischen Ausdruck zu geben. Wie aus einem Guß wirken noch heute die im Baugebiet um die Gustav-Adolf-Straße und Pfarrer-Haus-Straße entstandenen Wohnanlagen, die sich wohltuend von der damaligen baulichen Verwilderung der Großstadtränder abhoben. Die Häuser waren vom Ursprung zum sofortigen oder späteren Übergang in das Eigentum der Bewohner bestimmt; eine sehr vorteilhafte Finanzierung führte gleichermaßen zum günstigen Erwerb wie sie die Miete für nicht verkaufte Häuser in durchaus tragbarem Rahmen hielt.

Jubiläum

100 Jahre Genossenschaft…

Wir als örtliches Wohnungsunternehmen werden am 19.11.2012 unser hundertjähriges Jubiläum feiern. Es trifft sich gut, dass die UNESCO das Jahr 2012 zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“ erklärt hat.

„Die Deklaration soll die globale Bedeutung von Genossenschaften für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung hervorheben. Nach Angaben der UNO gibt es rund 800 Millionen Genossenschaftsmitglieder in über 100 Ländern. Genossenschaften bieten über 100 Millionen Menschen sichere Arbeitsplätze zu fairen Bedingungen. Mit dem Internationalen Genossenschaftsjahr 2012 soll die Bekanntheit der Genossenschaft weltweit gesteigert und die Gründung neuer Genossenschaften angeregt werden. Die UNO-Staaten und ihre nationalen Genossenschaftsorganisationen sind aufgerufen, aktiv für die Genossenschaftsidee zu werben.“

Das Thema „Wohnen“ hat für die Menschen nicht nur in Ginsheim-Gustavsburg sondern in der ganzen Welt eine herausragende Bedeutung. Jeder Mensch muss sich irgendwann mal mit diesem Thema auseinandersetzen.

Die Genossenschaftsidee

„Genossenschaften sind Selbsthilfeeinrichtungen. Menschen schließen sich freiwillig zusammen, weil sie bestimmte Ziele gemeinsam besser erreichen können als einzeln. Auftrag einer Genossenschaft ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern die wirtschaftliche Förderung der angeschlossenen Mitglieder. Durch die Zeichnung von Geschäftsanteilen sind die Mitglieder Eigentümer und gleichzeitig Geschäftpartner (Kunde bzw. Lieferant) ihrer Genossenschaft. Dadurch können Interessenskonflikte, wie sie häufig zwischen Eigentümern (hohe Gewinne) und Kunden (günstige Konditionen) bestehen, vermieden werden. Bei Mitgliederversammlungen bemessen sich die Stimmrechte nicht nach Kapitalanteilen, sondern nach der Grundregel: je Mitglied eine Stimme.“

Quelle:Genossenschaften in Deutschland
Eine Studie aus Anlass des Internationalen Jahres der Genossenschaften
Autoren:
Michael Stappel
DZ Bank Research

Büro - Stadteil Ginsheim

Sitz des Unternehmens
Gemeinnützige Baugenossenschaft Mainspitze eG
Bouguenais Allee 8
65462 Ginsheim-Gustavsburg

Tel +49 (0) 6144 / 334790
Fax +49 (0) 6144 / 3347940

info@bg-mainspitze.de
www.bg-mainspitze.de

Sprechtage
Montag 9:00 – 11:30 Uhr
Donnerstag 14:00 – 17:00 Uhr

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